Fernsehen oder Streaming? Fernsehen!

Fernsehen geht unter. Niemand schaut mehr fern. Alle nutzen das Internet. Fernsehen? Das schauen doch vielleicht noch ein paar Leute, aber die jungen Menschen? Die brauchen das doch gar nicht mehr! Das Internet ist die Zukunft!

Ja, das Angebot an Unterhaltung im Internet ist sehr verlockend. Streamingdienste versprechen Beschäftigung rund um die Uhr – ob Filme oder Musik, jeder Geschmack kann hier bedient werden. Doch stirbt das Fernsehen aus?

„Fernsehen? Schaue ich nicht mehr!“

Ich kann Leuten nicht viel abgewinnen, die von sich sagen, nicht mehr fernzusehen oder gar keinen Fernseher mehr zu besitzen. Ich mag Pauschalisierungen ja im Allgemeinen nicht und das trifft auch auf das Fernsehprogramm zu. Bei der Fülle an Programmangebot gibt es für jeden eine passende Sendung, davon bin ich überzeugt. Gerade viele großartige Serien oder Reportagen verschwinden manchmal am Programmrand und werden von vielen nicht wahrgenommen, obwohl sie eigentlich einen Mehrwert bieten. Für solche Fälle gibt es dann Mediatheken, wo man sich seine Sendung bequem noch einmal anschauen kann.

Streamingdiensten, die tausende Filme und Serien auf Abruf bereithalten, wird manchmal die Zukunft vorrausgesagt. Wenn man dem folgt, ist das Fernsehen dem Untergang geweiht.

Auch Streamingdienste haben Nachteile

Doch diese Streamingdienste haben zwei entscheidende Nachteile: Erstens befinden sich von diesen Diensten eigenproduzierte Serien auch nur bei diesen Streamingdiensten. Wenn also Streaminganbieter A eine tolle Sendung produziert hat, ich aber ein Konto bei Streaminganbieter B bin, muss ich mir erst ein Konto bei A zulegen. Sicher, für die Streamingdienste bietet das die Möglichkeit, sich mehr voneinander abzugrenzen und so einen gewissen Eigenwert aufzubauen. Doch für den Endnutzer gestaltet sich dies dann wiederum schwierig, vor allem dann, wenn er das Bedürfnis hat, eigenproduzierte Inhalte zwei verschiedener Anbieter zu sehen.

Der Unterschied gegenüber Fernsehsendern: Zumindest bei den frei empfangbaren Sendern kann ich mir in den meisten Fällen die Sendung danach noch einmal kostenlos anschauen, manchmal für sieben Tage, manchmal dauerhaft. Angenommen also, Fernsehsender A produziert eine tolle Serie und Fernsehsender B auch, so kann ich beide sehen, ohne zusätzlich zahlen zu müssen (dann meist aber natürlich verbunden mit Werbeunterbrechungen, zumindest bei den Privaten).

Fernsehen bietet Gemeinschaftsgefühl

Zweiter Nachteil von Streamingdiensten gegenüber dem Fernsehen: Das Gemeinschaftsgefühl geht verloren. Ja, das mag vielleicht albern klingen. Aber beim Fernsehen gibt es sowas wie ein gemeinsames Highlight. Über Filme oder Serien im Fernsehen zu am folgenden Tag zu diskutieren gestaltet sich einfach, denn sie laufen zu festen Zeiten. Man kann also gemütlich mit Freunden oder Kollegen darüber reden, was man am vorherigen Abend im Fernsehen entdeckt hat und vielleicht hat das Gegenüber die gleiche Sendung ja auch gesehen.

Bei Streamingdiensten hingegen bietet sich diese Chance nicht wirklich, da jeder die Sendung zur eigenen Zeit sehen kann. Und ich glaube kaum, dass es viele Menschen gibt, die untereinander absprechen, wann wer welche Folge einer Serie schaut.

Überraschendes Geständnis: Auch ich nutze Streamingdienste und das sowohl für Musik als auch für Filme und Serien. Ich möchte sie daher nicht verteufeln, denn die Chance, jeden möglichen Inhalt jederzeit und überall konsumieren zu können, ist großartig. Vor allem, wenn mal im Fernsehprogramm aktuell nichts Passendes läuft oder man einen bestimmten Film genau jetzt sehen möchte.

Doch daran wird das Fernsehen nicht zugrunde gehen, glaube ich. Es muss sich mehr dem Internet anpassen, um mit Streamingdiensten mithalten zu können. Mediatheken sind der erste Schritt.

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One thought on “Fernsehen oder Streaming? Fernsehen!

  1. Also ich persönlich schaue die meisten Filme oder Serien mittlerweile ausschließlich bei Streamingdiensten – nicht nur, weil durch die (meist) höhere Bitrate ein besseres Bild erzielt wird, sondern auch, weil ich selbst entscheiden kann, wann ich die Serie weitergucke, ich warte nämlich nicht gern einen Monat ehe ich die neue Folge von The Walking Dead schauen kann, wo ich in 45 Minuten mit 20 Minuten Werbung zugeballert werde.
    Am besten ist es natürlich mehrere Streamingdienste nutzen zu können. So kann ich z.B. bei einer Serie, welche gerade schaue, bei Amazon Instant nur Staffel 1 bis 4 schauen, die restlichen dann auf Netflix. Man kann sich so quasi komplett vom normalen Fernsehen abkapseln. Pay TV ist da meist was anderes, Unternehmen wie Sky bieten ihren Kunden natürlich was für ihr Geld.
    Alles in allem würde ich nicht mehr auf die Idee kommen auf Amazon Instant und Netflix zu verzichten, zumal mir Netflix zufälligerweise sowieso gratis von Vodafone gesponsort wird – ein Hoch auf SMS Werbung! 🙂

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